In der Vogelperspektive erkennt man die blumenkelchartige Dachkonstruktion, die dem Pavillon seinen Namen verleiht. Die fünfeckige Grundrissfigur kommt ohne Symmetrieachsen aus, was die richtungslose Offenheit und Leichtigkeit des Pavillons stärkt.

Die Konstruktion basiert auf dem Prinzip eines reziproken Tragwerks, einem sogenannten Hebelstabwerk, bei dem sich alle Tragelemente so aufeinander abstützen, dass ihre Spannweite immer weiter verringert und das Dach ringartig geschlossen wird.

Bei gleichbleibender Höhe der Stäbe nimmt mit der Verkürzung der Spannweite in jedem aufeinanderfolgenden Ring die Neigung der Stäbe zu, sodass die Öffnung des Daches nach oben steiler wird. Die Stäbe des Daches kragen seitlich zu einer dreieckigen Form aus. So bildet das Dachtragwerk durch seine Formgebung gleichzeitig die Dachhaut.

Die Stützen des Pavillons verschmelzen mit Trägern und Dachhaut zu einer komplexen Gesamtstruktur. Ihre Form folgt mit der Verbreiterung an Stützenfuß und Dachanschluss dem Kraftfluss in der Konstruktion.

Während das Dachtragwerk von außen wild und expressiv wirkt, wird durch die Untersicht im Inneren des Pavillons die Struktur der Dachkonstruktion erkennbar.

Die Zeichenhaftigkeit des Pavillons resultiert aus der gestalterischen und konstruktiven Verschmelzung zu einer räumlich komplexen Struktur, die sich mit ihrer weißen Farbe vom Grün der Umgebung abhebt.

Mit dem geometrischen Spiel der Konstruktion, das sich erst sukzessive beim Besuch des Pavillons vermittelt, entsteht eine Analogie zur strukturellen Schönheit der Blüte einer Rose – wie sie im benachbarten Rosengarten bewundert werden kann.