Die Darmstädter Künstlerkolonie bestand von 1899 bis 1914. Auf Initiative des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt lebte und arbeitete eine Gruppe von Künstlern in dieser Zeit gemeinsam auf der Mathildenhöhe. Für die erste Ausstellung der Künstler im Jahr 1901 manifestierte sich der Koloniegedanke auch baulich in Form von Wohnhäusern und einem Ateliergebäude.

Joseph Maria Olbrich entwarf ein städtebauliches Ensemble von Künstlerhäusern, die sich entlang einer den Hang ansteigend auf das Ateliergebäude zuführenden Achse symmetrisch gruppieren. Vor dem Atelierhaus platzierte Olbrich im Osten sein eigenes Wohnhaus, westlich befand das Haus des Malers Hans Christiansen. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus Christiansen nicht wiederaufgebaut, das Grundstück blieb leer – bis es 2010 für das neue Museum ausgewählt wurde.

Unser Entwurf sah an der Stelle des Hauses Christiansen einen kleinen Baukörper vor, der das Volumen der das Volumen der historischen Künstlerhäuser aufweist, aber nicht wie ein solches aussieht.

Die Setzung der Häuser Olbrich und Christiansen und ihre leichte Verdrehung gegenüber dem Ateliergebäude entstammt der ursprünglichen von Olbrich konzipierten starke Symmetrie der Gesamtanlage.

Der oberirdisch sichtbare Teil unseres Vorschlags für das Museum folgt dem Symmetriegedanken in Volumetrie und Ausrichtung. Der Großteil der Ausstellungsräume ist in den Hang der Mathildenhöhe geschoben und von außen nicht zu sehen.

Die räumliche Großzügigkeit der Mathildenhöhe findet ihr Pendant im Innern des Museums. Zwei Fenster und eine Dachterrasse verknüpfen die ansonsten abgeschottete Kunstsammlung mit dem Ort.

Das außen klein wirkende Volumen überrascht im Innern als ein großer Raum, der alle Ebenen miteinander verbindet.