Der Wolkensimulator besteht aus einem bis zu acht Meter langen vertikal angeordneten Strömungsrohr, das doppelwandig ausgebildet ist und von der Wolke durchströmt wird. Das Rohr steht in der Mitte eines zylindrischen fensterlosen Turms, in dem wiederum hochstabile Umgebungsbedingungen erzeugt werden. Es entsteht eine Wolke im Reagenzglas, deren Bildung und vor allem Veränderung durch menschliche Einflüsse untersucht wird.

Um den im Zentrum stehenden 16 Meter hohen Turm mit dem Wolkensimulator sind im Erdgeschoss die weiteren peripheren Labor- und Büroräume angeordnet. Wie die symbolhafte Typologie des Gebäudes sind auch die Gestaltungselemente, beispielsweise die blauen und gelben Oberlichter, aus der Welt der Wolkenforschung abgeleitet.

Um die kostspieligen Feldversuche in der Wolkenforschung einzuschränken, entwickelte das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung einen Weg, sich die Wolken ins Labor zu holen. Dies geschieht mit einem von Forschern des Instituts völlig neu entwickelten Wolkensimulator, der die natürliche Wolke auf einen linearen Partikelstrahl reduziert (das rosafarbene Röhrchen links im Bild).

Die Stadtbibliothek in Stockholm von Gunnar Asplund (1928)

Für die architektonische Formfindung wurde nicht der Weg gewählt, der über die Verarbeitung des emotionalisierenden Themas „Wolken“ führt, also kein „wolkiges“ Gebäude, keine amorphe Form. Das Wolkenlabor ist vielmehr sichtbarer Ausdruck einer hoch technisierten Maschine, bei der sich alles um die Beherrschung der Wolke im Reagenzglas dreht.