Das Grundstück wird geprägt durch das Nebeneinander unterschiedlicher Funktionen, zahlreiche Brüche und gewachsene Zufälligkeiten. Zusammen ergeben sie den typischen Berliner Charme.

Charakteristisch ist auch die Lage des Grundstücks. In unmittelbarer Nähe zum Spreeufer entsteht inmitten der Weltstadt eine fast maritime Atmosphäre, deren besondere Qualität auf das gesamte Areal zurückwirkt.

Die Bearbeitung des neuen Quartiers erfolgte stufenweise in mehreren Konzeptklausuren. Hier wurden Grundsätze und Gestaltungsrichtlinien für das Quartier und die Architektur der Häuser durch die beteiligten Experten erarbeitet. Im Ergebnis bilden fünf Baublöcke und eine „lange Reihe“ die robuste Grundstruktur für die WerkBundStadt. Ein zentraler Platz und öffentliche Straßen integrieren das Quartier in die Umgebung und formen die stadträumlichen Übergänge zur Spree.

Für jede Parzelle wurden Vorentwürfe durch drei Architekturbüros erarbeitet. Wer für welches Grundstück plant, wurde ausgelost. Für unsere ARGE mit bayer | uhrig Architekten machte sich Glücksfee Andrea Uhrig an die Arbeit und sicherte gleich mehrere Filetstücke.

Ein Filetgrundstück ist die Eckparzelle entlang der Quedlinburger Straße. Das Wohn- und Geschäftshaus markiert den Eingang in die WerkBundStadt und leitet mit seiner geschwungenen Fassade in das Quartier hinein. Die fließenden Bewegungen und Gegenbewegungen der Backsteinfassade sind aus der Geometrie des Erkerzylinders abgeleitet, der die Blockecke überhöht.

Zuschnitt und Ausrichtung der Parzelle erlauben die wirtschaftliche Vertikalerschließung mit nur einem, in der Diagonale positionierten Treppenhaus. Zur optimalen Ausnutzung der Grundflächen haben wir drei Wohnungen pro Etage angeordnet. Zentrales Thema des Grundrisses ist das Eckzimmer als besonderes Merkmal der über die Ecke gehenden Wohnung. Einem im Grundriss kreisförmigen Erker ist in den Regelgeschossen ein ellipsoides Eckzimmer eingeschrieben, das über die vorgelagerte Loggia in die umgebenden Straßenräume blicken lässt.

Die Backsteinfassade der aufgehenden Etagen ist mit Gesimsbändern und Lisenen aus Beton gegliedert. Die Erdgeschossfassade wird zwischen den Lisenen mit Glas gefüllt. Die Transparenz verweist auf den Hauseingang von Wohnungen und erdgeschossigem Büro und insbesondere auf die in guter, alter Berliner Tradition stehende Kneipe „WerkBundEck“.