Der Neubau des Gebäudes N öffnet sich über einen großen erdgeschossigen Unterschnitt zum Campus. Über dem Eingang verweist ein acht Meter hoher übergroßer Fingerprint subtil auf den Nutzer, den Fachbereich Sensorik. Die Arbeit wurde von dem Künstler Jörg Mandernach aus Ludwigsburg konzipiert.

Der überdimensionale Fingerabdruck ist als Flachrelief in die Oberfläche der seriell vorgefertigten Betonfassade eingearbeitet. Hierfür wurden die Papillarleisten als Siliconmatrizen in die Standardschalungen eingelegt, sie formen sich als Vertiefungen von etwa einem Zentimeter in der Oberfläche der gesäuerten Betonelemente ab.

Die präzise Setzung des Neubaus führt die streng orthogonale Struktur des Campus weiter. Die bislang unbebaute Nordwest-Ecke des Campus wird durch das Gebäude N gefüllt. Mit seinem quadratischen Footprint ist der neue Baukörper ein wichtiges Bindeglied, das zwischen den unterschiedlichen Richtungen der Bestandsbauten vermittelt.

Die Fensterbänder sind mit perforierten, vertikal drehbaren Metalllamellen verkleidet. Sie ermöglichen es, den je nach Tages- und Jahreszeit passenden Öffnungsgrad fein zu justieren. Im geöffneten Zustand brechen die Lamellen die Hermetik der Forschungsmaschine und erzeugen ein lebendiges Licht- und Schattenspiel auf der Fassade.

Die Grundrissorganisation folgt den differenzierten Anforderungen an Raumgrößen und -nutzungen. Die vier Hauptgeschosse werden von einer in der Gebäudemitte definierten Kommunikationszone geordnet, die sämtliche Verkehrsflächen des Neubaus bündelt und den Blick auf den Campus sowie in die angrenzende Waldlandschaft freigibt.

Die großzügige Mittelzone ist eine fließende, über ein zentrales Oberlicht beleuchtete Kommunikationsplattform für alle Institute, die ganz nebenbei auch der Haupterschließung dient. Die sonst üblichen additiven, monofunktionalen Verkehrsflächen konnten damit entfallen. Der wissenschaftliche Austausch wird hier zum Programm.

Der Innenraum des Instituts- und Laborgebäudes spiegelt den Werkstattcharakter der experimentellen Forschungsarbeit wider, bei dem robuste Materialien, konstruktiv einfache Fügungen sowie sichtbare Installation und Labortechnik die prägenden Gestaltungselemente sind.

Regelgrundriss
1 Mittelzone
2 Labor
3 Büro
4 Vorbereitung
5 Loggia