Die Situation der Institutsbauten vor dem Umbau: Das Gebäude 115, im Südgelände der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gelegen, war Ende der 1960er Jahre vom damaligen Universitätsbauamt für die Fachbereiche der Elektrotechnik geplant und Anfang der 1970er Jahre in mehreren Bauabschnitten errichtet worden.

Der Gebäudekomplex setzt sich aus zwei siebengeschossigen Büroriegeln und einem zweigeschossigen Verbindungsbau mit Hörsälen und Praktikumsräumen zusammen. Eine gemeinsame Eingangszone fehlte jedoch, jedes Gebäude wurde separat erschlossen.

Die tiefen und dunklen Unterschnitte im Erdgeschoss dienten vor dem Umbau als Abstellplatz für Fahrräder, eine übergreifende Eingangszone für das Department Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (EEI) fehlte.

Im Rahmen des universitären Ausbauprogramms für die Technische Fakultät wurden die beiden neuen Studiengänge Energietechnik und Verkehrsleittechnik eingerichtet. Der Flächenbedarf war jedoch nicht allein durch interne Umstrukturierungen zu kompensieren. Die Grundlage unseres Entwurfs bildete ein Gutachten des Staatlichen Bauamtes, das vorsah, die zusätzlichen Lehrräume in den überdeckten Eingangsbereichen des Bestandsgebäudes anzuordnen.

In einem ersten Schritt wurden alle Einbauten der Erdgeschosszone zurückgebaut.

Mit dem Umbau wurde der bestehende footprint nachverdichtet, indem die vormals tiefen Unterschnitte entlang der Fassade für neue Institutsnutzungen hinzugewonnen wurden.

Im Zentrum des Unterschnitts entstand auf diese Weise ein übergreifendes Foyer und ein neuer Haupteingang, der zur neuen Adresse des Instituts wurde.

Die neu geordnete Erdgeschosszone mit Eingangsbereich, Foyer und Lehrräumen strebte nach einer besonders nachhaltigen Betrachtung der bestehenden Gebäudestrukturen. Durch die Umwandlung der Flächen wurden die vorher deutlich voneinander getrennten Büroriegel verbunden, ohne in die Funktionalität der bestehenden Rettungswege einzugreifen. Das zusätzliche Raumangebot ermöglicht Synergien, die auf das gesamte Department Elektrotechnik ausstrahlen.

Das zentrale Foyer wurde zum Verteiler für die neuen Vorlesungs- und Seminarräume.

Die großzügige und transparente Erdgeschossfassade prägt das neue, zukunftsweisende Image des Departments und öffnet das Institut zur Umgebung. Die Strenge der neuen, über starre vertikale Sonnenschutzelemente gegliederten Fassade stärkt die Wahrnehmung und Position des Instituts auf dem Campus. Die Umbauarbeiten wurden bei laufendem Betrieb durchgeführt.