Die City-West in Berlin wird, im Gegensatz zu den wiedererstehenden Blockrändern und der damit verbundenen Verdichtung der City-Ost, durch eine weitgehend „aufgelockerte“ Bebauung geprägt. Der Campus der TU Berlin folgt diesem Leitbild der Nachkriegsmoderne. Mit einer Gesamthöhe von 67 Metern steht das Forschungszentrum im von Scheiben und Riegeln geprägten „Campus Nord“ in einem übergeordneten städtebaulichen Zusammenhang mit dem Telefunken-Hochhaus am Ernst-Reuter-Platz.

Mit dem Neubau ergibt sich die Chance, die offene Bebauungsstruktur als eigene Identität des in sich geschlossenen städtebaulichen Gebiets Campus Nord zu stärken und besser an öffentliche Bereiche anzubinden.

Durch den Teilabbruch der Versuchshalle und die Ausbildung eines zurückgesetzten kompakten und transparenten Erdgeschosses des Neubaus erweitern sich Blickbeziehungen und öffnet sich der Zugang zum Campuspark als grüne Mitte des Campus Nord.

Das FMI ist als kompaktes vertikal organisiertes Hochhaus konzipiert. Das offene Erdgeschoss verknüpft Forschungszentrum und Versuchshalle. Die Bürobereiche der Institute und Fachgebiete befinden sich in den oberen Geschossen.

In Chicago steht eines der Vorbilder für das FMI: das Federal Center von Ludwig Mies van der Rohe, das Ansgar und Benedikt im Vorfeld des Wettbewerbs besucht hatten.

Bei der Konstruktion des FMI geht es darum, durch Elementierung und Vorfertigung von Tragwerk und Gebäudehülle zu einer kurzen Bauzeit und einer hohen Qualität der Oberflächen zu gelangen. Die Skelettkonstruktion ist in Stahlbeton-Verbundbauweise mit tragenden Stahl-Schalkörpern für Stützen und Unterzüge konzipiert.

Das Gebäude erhält eine vorgehängte elementierte Schild-Hybrid-Fassade. Jedes Fassadenelement besteht aus einem opakem Lüftungsflügel und aus einer Kastenfensterkonstruktion.