Das TRIAS ergänzt an prominenter Stelle das Ensemble von Neuem Rathaus und Stadthaus, das auf dem Areal der ehemaligen Pleißenburg steht, der Residenz der sächsischen Markgrafen. Im 19. Jahrhundert verlor die Burganlage ihre strategische Verteidigungsfunktion für die Stadt und wurde durch den Bau des Neuen Rathauses nach Plänen von Hugo Licht ersetzt. Das Grundstück an der nördlichen Spitze des Areals blieb nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bis 2012 unbebaut.

Das TRIAS nimmt die Gestaltungsansätze aus dem Generalbebauungsplan auf, die der Leipziger Stadtbaurat Hubert Ritter 1929 entwickelte. Das Ziel, damals wie heute: internationale Großstadtarchitektur mit einzelnen Hochhäusern entlang der Ringstraße.

Vor dem Hintergrund des Ritterschen Generalbebauungsplans greift der Neubau die wachsende Informations- und Kommunikationsgeschwindigkeit der Gegenwart auf und definiert entlang des westlichen Innenstadtrings einen „wirkungsvollen Haltepunkt“ im Sinne des damaligen Konzepts. Gestalterisches Mittel ist das dynamische Abbild eines markanten Geschäftshauses auf spitz zulaufendem Grundstück, das die historische Ringfassade „aufbricht“ und in die Innenstadt überleitet.

Anleihen dafür bot uns das Edificio Carrión an der Gran Via in Madrid aus dem Jahr 1933 (Architekten: Martínez-Feduchi und Eced y Eced), das als Sinnbild für eine prägnante Großstadtarchitektur Pate stand.

Die Bauaufgabe, aber auch die Form und die Lage des Grundstücks verlangten nach einer besonderen Antwort. Es ging darum, das Gebäude in den Kontext der historischen Bebauung einzufügen und zugleich die Entwicklung einer dynamischen Großstadt abzubilden.

Textur und Farbigkeit der Putzfassade stellen Bezüge zur angrenzenden Kalksteinfassade des Neuen Rathauses her. Dabei kommen die horizontalen Putzgesimse über den Fensterbändern ohne die üblichen Verblechungen aus.